GRÜNE Harsewinkel

Bezahlbarer Wohnraum in Harsewinkel

Bezahlbarer Wohnraum in Harsewinkel

26.05.2021 von Juan Carlos Palmier

Es geht um das Gebäudekomplex in der August-Claas-Strasse 6-8

 

Das Thema Wohnen ist die große soziale Frage unserer Zeit!

Als Vorsitzender des Sozial- und Gesundheitsausschusses betrachte ich dieses heiße Thema zum evt. Vorkaufsrecht mit einem erweiterten Blick. Unabhängig, ob ein noch zu prüfendes Vorkaufsrecht für die Kommune bestehen sollte, hat aus meiner Sicht eine Stadt wie Harsewinkel auch eine soziale Verantwortung. Das Thema Wohnen ist nämlich die große soziale Frage unserer Zeit.

Warum?

Die Schwächen der (vernachlässigten) Wohnungspolitik der letzten Jahre und Jahrzehnte machen sich auch in einer ländlichen Kommune wie Harsewinkel spürbar bemerkbar. Die Anzahl an bezahlbaren Wohnungen und Sozialwohnungen sinkt kontinuierlich, die Mietpreise gehen vielerorts durch die Decke. Wer wenig verdient, bleibt auf der Strecke. Auch der Ottonormalverbraucher. In Zeiten niedriger Zinsen regelt der freie Markt eben nicht automatisch, dass in Bereichen wie dem bezahlbaren Wohnraum oder bei den Sozialwohnungen ausreichend Kapazitäten geschaffen werden. Private Investoren sind eher an attraktive Modelle mit höherpreisigen Mieten interessiert.

Im Rahmen der öffentlichen Daseinsvorsorge hat eine wachsende, prosperierende Stadt wie Harsewinkel die ethische Verpflichtung, auch denjenigen, die nicht das große Einkommen haben, aus welchen Gründen auch immer, einen ordentlichen, vernünftigen und bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Unabhängig von der Hautfarbe und Herkunft. Wohnungspolitik sollten wir nicht nur privaten Investoren und Bauherren überlassen. Das ist eine gemeinschaftliche, kommunale Aufgabe, der wir uns verantwortungsvoll im Stadtrat stellen sollten.

Eine schleichende Reduzierung von bezahlbarem Wohnraum und sozialem Wohnungsbau in allen drei Ortsteilen kann nicht unser Anspruch sein. Vorausgesetzt, das Vorkaufsrecht ist begründet, sollten wir ggf. davon Gebrauch machen und Steuergeld in die Hand nehmen und in den Wohn- und Gewerbekomplex mit insgesamt 36 Wohn- sowie 5 Gewerbeeinheiten (davon entfallen 2675 qm auf Wohnfläche) investieren, damit Familien, Alleinstehende und Senioren mit einem geringeren und mittleren Haushaltseinkommen auch in Zukunft ein Dach über den Kopf haben.

Auch im Interesse einer geordneten Stadtentwicklung sollten soziale Einflüsse auf das Stadtleben verantwortungsvolle Berücksichtigung finden, die wir als junge Stadt proaktiv und selbstbestimmt - und eben nicht fremdbestimmt durch profitorientierte Investoren - besser, weil gezielter steuern, gestalten können. Einer befürchteten Ghettoisierung, wie an anderen Stellen im Stadtgebiet in der Vergangenheit, und sozialen Ausgrenzung könnte so begegnet werden.

Während der vergleichsweise günstige Kaufpreis von kursierenden 5,2 Millionen Euro eine attraktive Investition in Vermögenswerte der Stadt (Stichwort "Betongold") darstellt, kann der darüber hinausgehende, zukünftige Nutzen dieses Gebäudekomplexes an der August-Claas-Straße 6-8 auf dem 4245qm großen Grundstück mit den 46 Tiefgaragenstellplätzen und einer ebenerdigen Parkfläche sehr interessant für uns sein. Ich persönlich denke da beispielsweise an den zusätzlichen Raumbedarf der Stadtverwaltung im Zuge der Übernahme neuer Pflichten und Aufgaben als mittlere kreisangehörige Stadt zum 01.01.2022. Oder der sich ergebende evt. Raumbedarf zur Vergrößerung der Schulmensa durch steigende Schülerzahlen. Hier bieten die 1974qm an Gewerbefläche auf dem Grundstück an zentraler Stelle in unmittelbarer Nähe zum Schulzentrum und zur Stadtverwaltung überlegenswerte Optionen.

Sollte bis dahin keine geeignete Lokalität für ein Jugend-Café in Harsewinkel gefunden worden sein, wäre für mich und uns Grüne auch die Unterbringung eines dringend benötigten, großzügigen Jugend-Cafés in diesem Gebäudekomplex denkbar. Ebenso wie die Einrichtung von multifunktionalen Rückzugsräumen (Stichwort: "Lernwerkstatt"), in denen beispielsweise engagierte Ehrenamtliche benachteiligten Kindern und Jugendlichen Unterstützungsangebote anbieten können, um die vielfältigen Defizite aus der Corona-Pandemie-Zeit in der Grundschule sowie in den weiterführenden Schulen etwas abzufangen, abzumildern. Das fängt beispielsweise bei der praktischen Bedienung und Nutzung der mobilen Endgeräte und der Lernsoftware für Schülerinnen und Schüler an. Eine sicherlich wichtige Entlastung der Eltern.

Grüne Denkanstöße und Impulse sind hiermit gesetzt. Mit Kreativität lassen sich die überlegenswerten Optionen auf diesem geschützten, dennoch gut zugänglichen Areal im Zentrum von Harsewinkel mit sinnstiftendem Leben füllen.


Juan Carlos Palmier
Stellv. Fraktionsvorsitzender

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