GRÜNE Harsewinkel

Fraktionsthemen

Stellungnahme zur Windenergie in Harsewinkel

Unsere Antwort auf das Schreiben der Initiative "Lebenswertes Harsewinkel",  Sprecher der Bürgerinitiative “Lebenswertes Harsewinkel” vom 16.2.2013

Sehr geehrter Herr Schickhoff,

 wie Sie sicher wissen, ist die Energiewende eine der zentralen Themen, sowohl bei der Bundespartei als auch im Ortsverband. Ihr Gelingen ist uns aus energie- und gesellschaftspolitischer Sicht ein wichtiges Anliegen. Daher treten wir auch hier vor Ort uneingeschränkt für eine möglichst zügige Umstellung der Energieversorgung auf 100% Erneuerbare Energien ein.

 Im Gegensatz zur konventionellen fossil-atomaren Energieproduktion liegt das Wesen der Erneuerbaren Energien in Ihrer Dezentralität. Dieser grundlegende Paradigmenwechsel beinhaltet, dass die Anlagen näher an den Bürger heranrücken, da in Zukunft nicht mehr wenige Zentralkraftwerke, sondern viele in der Fläche verteilte Energieerzeugungs-, Verteil- und Speicheranlagen die Versorgung sichern werden.

 Wir Grüne begreifen diese Konstellation als Chance für den ländlichen Raum, da die Erneuerbaren Energien neben ihren unbestreitbaren Vorteilen für Umwelt und langfristige Versorgungssicherheit auch einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil für den Wirtschaftsstandort Harsewinkel und die regionale Wertschöpfung darstellen werden. Voraussetzung ist, dass wir dieses regionale Potential auch nutzen und zusammen mit den Bürgern erschließen und entwickeln.

 Natürlich - und da können wir Ihre Bedenken auch nachvollziehen - ist auch die Erzeugung, Speicherung und die Verteilung von Erneuerbaren Energien mit Belastungen für Natur und Umwelt verbunden und durch die Dezentralität ganz nah bei den Menschen. Da aber jeder von uns auch in Zukunft Strom und Wärme zur Verfügung haben möchte, werden wir uns mit den im Vergleich zur fossil-atomaren Energieproduktion geringen Umweltauswirkungen arrangieren müssen. Die Umstellung auf nachhaltige Energieversorgung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, bei der nach Bewertung und Gewichtung aller Interessen letztendlich Gemeinwohl über Eigenwohl steht. Grundhaltungen nach dem Sankt- Florian-Prinzip sind aus unserer Sicht inakzeptabel.

 Die Vollversorgung aus Erneuerbaren Energien ist ohne die Windkraft nicht darstellbar. Das gilt sowohl für die welt- und landesweite Situation als auch für die Verhältnisse hier vor Ort. Windkraft hat nicht nur mit Abstand die höchste Erzeugungsleistung pro Fläche aller Erneuerbaren Energien, sondern, wegen dieser Eigenschaften, auch das größte Ausbaupotential. Wer also will, dass die Energiewende landesweit und vor Ort gelingt, der kommt um die Windkraft nicht herum. Flächengemeinden wie Harsewinkel mit gutem Ausbaupotential kommt dabei eine besondere Verantwortung zu.

 Da der Nutzen aber auch die Belastungen der Energiewende, wie oben erwähnt, nah beim Bürger liegen, ist es aus der Sicht von Bündnis 90/Die Grünen notwendig, dass man diesen mitnimmt und in den Umbauprozess so weit wie möglich einbezieht. Die Energiewende muss Sache der Bürger und in einem transparenten, demokratisch legitimierten Prozess umgesetzt werden. In Sachen Kommunikation - und da stimmen wir Ihnen zu - gibt es hier in Harsewinkel sicherlich noch Verbesserungsmöglichkeiten. Dies betrifft sowohl das Thema "Netzübernahme" als auch den "Ausbau der Windkraft". Sie dürfen sich darauf verlassen, dass die Fraktion von Bündnis 90/ Die Grünen sich eindeutig für mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung,  aber auch für den zügigen Ausbau der Erneuerbaren Energien und die optimale Nutzung der Potentiale vor Ort einsetzen wird.

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