GRÜNE Harsewinkel

März 2017

Teestuben? Einzige Alternative?

4.03.2017 von Juan Carlos Palmier

Offener politischer Dialog im Heimathaus

Vielerorts schlummern zunehmend leerstehende Ladenlokale in der Stadt Harsewinkel vor sich hin. Immer wieder entstehen Zwischenzeiten (Leerstände) in Immobilien. Die vorherige Vermietung ist abgeschlossen, eine neue lässt auf sich warten. Doch diese Problemlage kann nach Ansicht von den GRÜNEN in Harsewinkel eine Chance bedeuten, wenn Leerstände als Möglichkeitsräume begriffen und Zwischennutzern zur Verfügung gestellt werden.
 
Zu diesem Thema lädt der Ortsverband von Bündnis 90/ Die Grünen aus Harsewinkel alle Interessierten zu einem offenen Themenabend am 8. März 2017 um 19 Uhr ins Harsewinkeler Heimathaus, Prozessionsweg 4, ein.
 
Gemeinsam mit zwei Experten des Projektbüros ZwischenZeitZentrale aus Bremen soll diese Idee, dieser neue Denkansatz vorgestellt und diskutiert werden.
 
Zwischennutzungen (re-)aktivieren nämlich Leerstände nach dem Prinzip "vergünstigter Raum gegen befristete Nutzung" und schaffen so ideale Bedingungen für kleine Unternehmen, Initiativen und Vereine.
Die Zahlungsarten von Zwischennutzern sind dabei vielfältig: neben der vergünstigten Miete bringen sie ihre Arbeitskraft, Kreativität, kulturellen Fertigkeiten und sozialen Netzwerke mit ein. Eine geringe Miete verringert ihr finanzielles Risiko und vergrößert die Bereitschaft neue Nutzungsideen auszuprobieren. Nicht selten entstehen dadurch aus Zwischennutzungen langfristige Mietverhältnisse und aus Zwischennutzern werden feste Mieter. So entsteht ein Gewinn für alle beteiligten Akteure. Von diesem Zusammenspiel von kreativen, bereitwilligen Zwischennutzern mit guten Ideen und aufgeschlossenen Immobilien-Eigentümern profitieren sogar noch mehr: die Stadt Harsewinkel als touristisches Ziel und ihre Bürger dank einer attraktiven, lebendigen Innenstadt.
 
Zukünftige Stadt-Entwicklungs-Politik braucht innovative Projektideen im Dialog mit allen – dazu bietet der offene Themenabend Gelegenheit.

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Antwort auf CDU-Antrag Kontrolle der „Teestuben“ durch Verstärkung der Stadtwacht

3.03.2017 von Brunhilde Leßner

Eine signifikante Zunahme - von politisch ungewollten - "Teestuben" in der Harsewinkeler Innenstadt ist sicherlich NICHT auf eine unzureichend tätig gewordene oder gar personell unterbesetzte Stadtwacht zurückzuführen, sondern vielmehr auf vorhandene rechtliche Möglichkeiten und Rahmenbedingungen, die jedem sich selbständig o.ä. machen wollenden Bürger in Harsewinkel offen stehen.
 
Diesem angeprangerten Wildwuchs ist aus Grüner Sicht u.a. vielmehr erfolgreich mit einem neu zu denkenden, kreativen Innenstadtkonzept beizukommen und der gleichzeitigen Schaffung (Anpassung) eines ordnungsrechtlichen sowie steuerrechtlichen Rahmens für tatsächliche Eingriffs- und Regulierungsmöglichkeiten der Stadtwacht und Verwaltung.
 
Eine Aufstockung der Stadtwacht wird diesem unerwünschten Wildwuchs von derzeit 6 Teestuben im Harsewinkeler Zentrum nicht beikommen, weil aktuell die Stadtwacht häufig ihre natürlichen Grenzen an den Eingangstüren der Teestuben findet. "Teestube" ist im Übrigen ein verharmlosender, weil irreführender Sammelbegriff für nach außen hin ähnlich genutzte Objekte wie Spielhallen, Internetcafés, Gaststättenbetriebe, Vereinsräume und Wettannahmestellen für Sportwetten.
 
Wenn immer mehr Einzelhändler desinteressiert der Harsewinkeler Innenstadt den Rücken kehren, ist es ökonomisch zunächst nachvollziehbar, dass die Besitzer der jeweiligen Immobilie nach Nachmietern für den Leerstand suchen. Anstatt einer kreativen, intelligenten und chancenreichen Zwischennutzung den Vorrang zu geben, scheinen die Immobilienbesitzer in den Betreibern der Teestuben vorzuziehende, wohl gut zahlende Mieter zu sehen. Zu Lasten einer (von ihnen bewusst in Kauf genommenen) zunehmenden Verödung ganzer Innenstadtstraßen.
 
Anstatt übereilt wie von der CDU gefordert sofort zwei Stellen auszuschreiben, wären wir gut beraten Qualität vor sinnloser Eile walten zu lassen. Dass was Politik in den vergangenen Jahren versäumt hat, lässt sich nicht in einer Hauruck-Aktion heilen. Da sind Stimmung-machende und reißerisch formulierte Anträge wenig zielführend. Kluger Handlungswille besteht zweifelfrei bei uns allen, weil nämlich unsere Bürger einen Anspruch darauf haben. Insbesondere die stark belasteten Anwohner der Teestuben-Straßen.

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